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Sponsored Products außerhalb von Amazon

sponsored products außerhalb von Amazon

Seit dem 17. September 2026 können deine Sponsored-Products-Anzeigen auch in Deutschland außerhalb von Amazon erscheinen: auf Pinterest, auf Publisher-Websites, in Apps und in Inhalten von Amazon-Creatorn. Die Einstellung ist standardmäßig aktiv. Wer nichts tut, gibt also bereits heute Budget für Klicks außerhalb von Amazon aus.

Für Amazon ist das eine logische Erweiterung. Dein Produkt soll Käufer schon in der Entdeckungsphase erreichen, bevor sie überhaupt bei Amazon suchen. Für dich als Advertiser stellt sich eine andere Frage: Bringen diese Klicks Umsatz, oder verwässern sie deine Kampagnen?

Aus Deutschland gibt es dazu noch keine belastbaren Zahlen. In den USA laufen Sponsored Products dagegen schon seit 2023 außerhalb von Amazon. Ich habe die Erfahrungen aus den USA und Großbritannien, die offizielle Amazon-Dokumentation und die Mechanik dahinter ausgewertet. In diesem Beitrag erfährst du, was die Einstellung genau bewirkt, welche Vor- und Nachteile sie hat und für welche Kampagnen ich sie aktuell abschalten würde.

Kurz gesagt: Bei Kampagnen, die auf ACoS oder ROAS gesteuert werden, würde ich die Reichweite derzeit auf Amazon beschränken. Off-Amazon-Klicks kommen von Nutzern mit deutlich weniger Kaufabsicht. Deine Platzierungs-Gebotsanpassungen greifen dort nicht, und eine saubere Auswertung ist in Deutschland noch nicht möglich. Testen lässt sich die Funktion trotzdem, allerdings gezielt und isoliert.

Das Wichtigste auf einen Blick

FrageStand 23.09.2026 (Deutschland)
Seit wann?17.09.2026
Standardeinstellung„Reichweite außerhalb von Amazon erhöhen“ ist aktiv
Wo ändern?Kampagneneinstellungen, pro Kampagne
Per Bulksheet änderbar?Nein, bisher nur in den USA
Kontoweit abschalten?Nur per Support-Ticket bei Amazon Ads
Platzierungs-Gebotsanpassungen?Greifen außerhalb von Amazon nicht
AuswertungIn deutschen Konten noch nicht nutzbar

Was bedeutet „Sponsored Products außerhalb von Amazon“?

Bisher liefen Sponsored Products ausschließlich auf Amazon: in den Suchergebnissen, auf Produktdetailseiten und in weiteren Platzierungen innerhalb des Shops. Mit der neuen Einstellung nutzt Amazon dasselbe Targeting, dieselben Gebote und dasselbe Budget, um deine Anzeigen auch auf fremden Plattformen auszuspielen. Die Anzeige wird dort als Bild, Video oder Text dargestellt. Ein Klick führt immer direkt auf deine Produktdetailseite bei Amazon.

Laut Amazon-Hilfe erreichen deine Anzeigen Off-Amazon-Platzierungen auf drei Wegen:

Publisher

Websites und Apps von Drittanbietern

Etwa Pinterest oder redaktionelle Websites. Amazon übergibt deine Anzeige an den Publisher. Dort konkurriert sie mit Anzeigen aus anderen Quellen, und der Publisher entscheidet über die Position.

Mit Amazon-Budget

Drittanbieter mit Amazon-Beteiligung

Amazon wählt Produkte nach Preis, Kategorietrends und Bewertungen aus und investiert zusätzlich eigene Marketingmittel neben deiner Kampagne.

Creator

Inhalte von Content Creatorn

Teilnehmer des Amazon Influencer- und Associates-Programms können deine Kampagne auswählen und in Produkttests, Ratgebern und redaktionellen Beiträgen zeigen.

Abrechnung

Weiterhin pro Klick

Es gilt dein Höchstgebot pro Klick, und alle Klicks laufen über dasselbe Kampagnenbudget wie deine Amazon-Platzierungen.

So ist die Funktion entstanden

  • August/September 2023: Amazon startet in den USA mit ersten Partnern wie Pinterest, BuzzFeed, Hearst und Mashable. Eine Möglichkeit, das abzuschalten, gab es damals nicht.
  • 2025: In den USA kommt eine Kampagneneinstellung hinzu, mit der man die Off-Amazon-Ausspielung verstärken oder reduzieren kann. Standard war die verstärkte Ausspielung.
  • 8. Juni 2026: US-Advertiser können die Einstellung per Bulksheet für viele Kampagnen gleichzeitig ändern.
  • 10. August 2026: Amazon erweitert die Ausspielung auf Creator-Inhalte, und bestehende Kampagnen werden automatisch einbezogen.
  • 17. September 2026: Rollout in Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

Wo du die Einstellung findest

Die Einstellung liegt auf Kampagnenebene und gilt nur für Sponsored Products. So kommst du hin:

  1. Öffne in der Amazon-Werbekonsole die Kampagnen und wähle die gewünschte Sponsored-Products-Kampagne.
  2. Klicke im Seitenmenü der Kampagne auf Kampagneneinstellungen.
  3. Scrolle nach unten zu „Passen Sie die Reichweite auf Amazon und außerhalb von Amazon an“.
  4. Wähle „Reichweite außerhalb von Amazon erhöhen“ (Standard) oder „Reichweite auf Amazon beschränken“ und speichere.
Achtung bei vielen Kampagnen: Anders als in den USA lässt sich die Einstellung in Deutschland derzeit nicht per Bulksheet ändern. Mit 20 Kampagnen ist das per Hand machbar, mit 300 Kampagnen nicht. Du kannst die Funktion aber über ein Support-Ticket bei Amazon Ads für das gesamte Konto deaktivieren lassen. Bei neu angelegten Kampagnen solltest du die Einstellung trotzdem jedes Mal prüfen.

Einzelne Websites, Apps oder Creator kannst du zusätzlich über die Negativliste ausschließen (Verwaltung → Kontozugriff und Einstellungen → Negativliste). Die Liste gilt kontoweit für Sponsored Products und Display. Für eine Entscheidung zwischen An und Aus ersetzt sie die Kampagneneinstellung aber nicht.

Was mit deinen Geboten und Budgets passiert

Für die Bewertung ist die Mechanik wichtiger als die Frage, ob die Anzeige auf Pinterest gut aussieht. Laut Amazon gilt:

  • Gleiches Höchstgebot, gleiches Budget: Jeder Off-Amazon-Klick wird zu deinem normalen CPC abgerechnet, höchstens bis zum Höchstgebot, und geht vom selben Tagesbudget ab.
  • Keine Platzierungs-Gebotsanpassungen: Aufschläge für oberste Suchergebnisse, weitere Suchergebnisse und Produktseiten gelten außerhalb von Amazon nicht. Dort wird dein Basisgebot verwendet.
  • Dynamische Gebote gelten weiterhin: Amazons Gebotsstrategie („nur senken“ bzw. „erhöhen und senken“) und regelbasierte Gebote wirken auch außerhalb von Amazon.
  • CPC nach Prognose: Bei Publishern passt Amazon dein Gebot an die erwartete Klick- und Conversion-Rate an. Der CPC umfasst die Zahlung an den Publisher plus Amazons Marge. Bei Creator-Inhalten erhält der Creator möglicherweise einen Teil des CPC.

Ein Punkt wird dabei gerne übersehen: Viele Advertiser steuern ihre Kampagnen mit niedrigem Basisgebot und einem hohen Aufschlag für die obersten Suchergebnisse. Diese Struktur wirkt außerhalb von Amazon nicht. Umgekehrt gilt das Basisgebot dort voll, auch wenn du es nur für Produktseiten oder die weiteren Suchergebnisse ausgelegt hast.

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Die Vorteile: Wofür die Off-Amazon-Ausspielung sinnvoll sein kann

  • Zusätzliche Reichweite ohne eigenes Setup: Du erreichst Nutzer auf Pinterest, Publisher-Websites und in Creator-Inhalten, ohne DSP-Kampagne, Mindestbudget oder eigene Werbemittel.
  • Neukunden vor der Amazon-Suche: Wer auf Pinterest nach Ideen sucht, hat oft noch keine Marke im Kopf. Genau dort kannst du in die Auswahl kommen, bevor der Wettbewerb in der Amazon-Suche beginnt.
  • Günstigere Klicks: Erste Beobachtungen aus den USA deuten darauf hin, dass Off-Amazon-Klicks günstiger sind als Klicks in der Amazon-Suche.
  • Direkter Weg zur Produktseite: Anders als bei eigener Social-Werbung landet der Klick sofort auf deinem Listing. Einen Umweg über deinen Shop gibt es nicht.
  • Creator-Empfehlungen: Produkte in Ratgebern und Testberichten profitieren vom Vertrauen, das der Creator bei seinem Publikum hat.

Die Nachteile: Warum ich bei Performance-Kampagnen vorsichtig bin

Deutlich weniger Kaufabsicht Wer bei Amazon „Wandkalender 2027“ sucht, will kaufen. Wer auf Pinterest Wohnideen ansieht, will sich inspirieren lassen. Entsprechend niedriger fällt die Conversion-Rate aus. Eine US-Analyse beschreibt das Muster als „günstigere Klicks bei schwächerer Conversion-Rate“.
Budget wird geteilt Off-Amazon-Klicks gehen vom selben Tagesbudget ab. Bei Kampagnen, die ihr Budget schon heute ausschöpfen, fehlt dieses Geld abends in der Amazon-Suche, wo die Conversion-Rate meist deutlich höher ist.
Verwässerte Kennzahlen Solange Off-Amazon-Klicks in den Kampagnen- und Target-Daten mitgezählt werden, sinkt die Conversion-Rate des Keywords insgesamt. Gebotslogiken, die auf dieser Summe arbeiten, egal ob manuell, per Regel oder per Tool, senken dann möglicherweise Gebote, die auf Amazon eigentlich gut funktionieren.
Keine eigene Steuerung Du kannst außerhalb von Amazon weder eigene Gebote noch eigene Anzeigen oder Zielgruppen festlegen. Es gibt nur die Wahl zwischen „mehr“ und „weniger“ Reichweite und die Negativliste.
Unklare Suchbegriffe Bei Platzierungen ohne echte Suchanfrage, zum Beispiel in Creator-Inhalten, erzeugt Amazon nach Berichten aus den USA abgeleitete Suchbegriffe, die dann im Suchbegriffbericht auftauchen. Wer daraus ungeprüft negative Keywords ableitet, schließt womöglich Begriffe aus, die auf Amazon gut konvertieren.
Keine Auswertung Amazon verweist auf den Platzierungsbericht und die API, in denen „außerhalb von Amazon“ als eigene Zeile erscheinen soll. In deutschen Konten lässt sich die Off-Amazon-Performance Stand heute noch nicht auswerten. Und auch in den USA siehst du dort nicht, ob ein Klick von Pinterest, einer Publisher-Website oder von einem Creator kam.

Was die Erfahrungen aus den USA und Großbritannien zeigen

Belastbare Benchmarks aus größeren Auswertungen gibt es noch nicht, weder von Amazon noch von unabhängigen Tool-Anbietern. Was es gibt, sind Beobachtungen aus der Praxis. Sie zeigen ziemlich einheitlich in eine Richtung:

  • ACoS off-Amazon selten besser: Die US-Agentur Intentwise schreibt, dass bessere ACoS-Werte außerhalb von Amazon „unwahrscheinlich“ sind. Einzelne Marken nutzen die Platzierungen trotzdem erfolgreich, um Neukunden zu gewinnen.
  • Deutliche Einzelfälle im Seller-Forum: Ein US-Seller berichtet von Kampagnen, deren ACoS nach der automatischen Aktivierung von unter 30 % auf über 100 % stieg. Ein anderer hatte in 90 Tagen keine einzige Bestellung aus Off-Amazon-Klicks. Beides sind Einzelfälle, aber sie zeigen, wie stark sich die Einstellung auswirken kann.
  • Automatische Aktivierung sorgte für Ärger: In den USA wurden bestehende Kampagnen ohne aktive Zustimmung einbezogen, zuletzt am 10. August bei den Creator-Platzierungen. Viele Advertiser haben das erst am gestiegenen Spend gemerkt.
  • Separat bewerten statt im Mix: Agenturen empfehlen, die Off-Amazon-Performance nicht im Gesamt-ACoS, sondern getrennt und vor allem über Neukunden-Kennzahlen zu bewerten.

Wichtig für die Einordnung: Die meisten Erfahrungsberichte stammen aus dem US-Markt mit seinem deutlich größeren Publisher-Netzwerk. Wie sich die Platzierungen in Deutschland mit Pinterest und den deutschen Creatorn entwickeln, wird sich erst in einigen Wochen zeigen.

Meine Empfehlung: Welche Kampagnen du beschränken solltest

Pauschal für das gesamte Konto an oder aus zu schalten ist selten die beste Lösung. Entscheidend ist, welches Ziel eine Kampagne hat.

KampagnentypEmpfehlung
Exact- und Brand-Kampagnen, MarkenschutzAuf Amazon beschränken
Kampagnen mit festem ACoS- oder ROAS-ZielAuf Amazon beschränken
Kampagnen, die regelmäßig ihr Budget ausschöpfenAuf Amazon beschränken
Produkte mit geringer MargeAuf Amazon beschränken
Topseller mit guten Bewertungen und wettbewerbsfähigem PreisIn separater Testkampagne erhöhen
Produktlaunches mit NeukundenzielTesten, mit eigenem Budget
Inspirationsprodukte (Deko, Geschenke, Wohnen)Testen, gut geeignet für Pinterest

So testest du sauber

  1. Bestehende Performance-Kampagnen beschränken: So bleiben deine Vergleichswerte und Gebotslogiken sauber.
  2. Eine separate Testkampagne anlegen: ausgewählte Produkte, eigenes Budget, „Reichweite außerhalb von Amazon erhöhen“ aktiv.
  3. Vorher-nachher vergleichen: Halte CPC, Conversion-Rate, ACoS und TACoS sowie Neukundenanteil vor dem Start fest.
  4. Suchbegriffe kritisch prüfen: Negativiere keine abgeleiteten Begriffe, ohne zu prüfen, ob sie auf Amazon konvertieren. Wie du den Bericht richtig liest, zeige ich in diesem Beitrag.
  5. Nach 4 bis 6 Wochen entscheiden: Erst wenn Amazon die Auswertung auch in Deutschland freischaltet, lässt sich die Off-Amazon-Performance getrennt bewerten.
Gerade jetzt vor Q4 relevant: Mit den Prime Big Deal Days und der Black Friday Week steigen CPCs und Budgetdruck. Genau in dieser Phase sollte kein Budget unbemerkt in Klicks mit wenig Kaufabsicht fließen. Weitere Punkte für die Vorbereitung findest du in meiner Q4-Checkliste.

Fazit: Reichweite ist kein Selbstzweck

Sponsored Products außerhalb von Amazon sind kein schlechtes Werbeformat. Für Neukundengewinnung und Inspirationsprodukte kann es eine günstige Ergänzung sein. Problematisch ist vor allem, wie Amazon es eingeführt hat: standardmäßig aktiv, ohne eigene Gebotssteuerung, in Deutschland ohne Bulksheet-Option und bisher ohne verwertbare Auswertung.

Wenn du deine Kampagnen auf Effizienz steuerst, beschränke die Reichweite zunächst auf Amazon und teste die Off-Amazon-Ausspielung gezielt in einer eigenen Kampagne. So entscheidest du auf Basis deiner eigenen Daten, statt Amazon die Entscheidung per Standardeinstellung zu überlassen.

Keine Zeit, jede Kampagne einzeln umzustellen?

Im ADFERENCE Managed Service prüfe ich deine Kampagnen, stelle die Off-Amazon-Einstellungen passend zum jeweiligen Kampagnenziel ein und behalte die Auswirkungen auf Gebote und Budgets im Blick. Wenn du lieber selbst steuerst, zeige ich dir die Zusammenhänge in einer ADFERENCE Tool-Schulung.

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Häufige Fragen zu Sponsored Products außerhalb von Amazon

Wo erscheinen Sponsored Products außerhalb von Amazon?

Auf Websites und in Apps von Drittanbietern wie Pinterest sowie in Inhalten von Content Creatorn aus dem Amazon Influencer- und Associates-Programm, etwa in Produkttests und Kaufratgebern. Ein Klick führt immer auf deine Produktdetailseite bei Amazon.

Seit wann gibt es die Off-Amazon-Ausspielung in Deutschland?

Seit dem 17. September 2026. In den USA laufen Sponsored Products bereits seit 2023 auf Plattformen wie Pinterest, und seit dem 10. August 2026 auch in Creator-Inhalten.

Wie schalte ich Sponsored Products außerhalb von Amazon ab?

In der Werbekonsole unter Kampagne → Kampagneneinstellungen → „Passen Sie die Reichweite auf Amazon und außerhalb von Amazon an“ die Option „Reichweite auf Amazon beschränken“ wählen. Für das gesamte Konto ist eine Deaktivierung derzeit nur über ein Support-Ticket bei Amazon Ads möglich.

Kann ich die Einstellung per Bulksheet ändern?

In Deutschland derzeit nicht. In den USA gibt es seit Juni 2026 eine eigene Spalte im Sponsored-Products-Bulksheet, für die europäischen Marktplätze ist sie noch nicht freigegeben.

Gelten meine Platzierungs-Gebotsanpassungen auch außerhalb von Amazon?

Nein. Aufschläge für oberste Suchergebnisse, weitere Suchergebnisse und Produktseiten gelten außerhalb von Amazon nicht, dort wird dein Basisgebot verwendet. Dynamische Gebote und regelbasierte Gebote wirken dagegen weiterhin.

Verbrauchen Off-Amazon-Klicks mein normales Kampagnenbudget?

Ja. Jeder Klick, ob auf oder außerhalb von Amazon, wird demselben Kampagnenbudget angerechnet. Der CPC liegt dabei nie über deinem Höchstgebot.

Kann ich einzelne Websites oder Creator ausschließen?

Ja, über die Negativliste unter Verwaltung → Kontozugriff und Einstellungen. Dort kannst du Web-Domains, App-IDs und Creator-Tags hochladen. Die Liste gilt für alle aktiven Sponsored-Products- und Display-Kampagnen.

Quellen