Nach dem Prime Day ist vor dem Q4. Kaum sind die Prime Days vorbei, öffnet Amazon Seller Central bereits die Planung für die nächsten zwei großen Shopping-Events: die Prime Big Deal Days im Oktober und die Black Friday Week vom 19. bis 30. November 2026. Wer bis zur offiziellen Ankündigung mit der Vorbereitung wartet, ist oft schon zu spät.
Die stärksten Q4-Ergebnisse entstehen selten während des Events, sondern in den Wochen davor. In diesem Leitfaden zeige ich dir konkret, wie du deine Amazon Ads Kampagnen auf die beiden wichtigsten Q4-Events vorbereitest, welche Fehler du vermeidest und welche Hebel wirklich Umsatz bringen. Am Ende findest du eine downloadbare Checkliste zum Abhaken.
Wenn du deine Kampagnen mit einem Bidding-Tool wie ADFERENCE steuerst und unsicher bist, ob dein Setup Q4 übersteht, findest du unten einen Termin für ein Erstgespräch. Wer noch grundsätzlich überlegt, ob so ein Tool sinnvoll ist, findet in unserer Entscheidungshilfe zu Amazon Ads Tools die ehrliche Antwort.
Die zwei großen Q4-Events auf einen Blick
Beide Events funktionieren nach ähnlicher Mechanik, unterscheiden sich aber deutlich in Käuferverhalten und Wettbewerbsdruck. Ein sauberes Playbook adressiert beide separat.
Prime Big Deal Days
typischerweise Anfang bis Mitte Oktober
Zweitausflug des Prime-Day-Konzepts mit 48 Stunden Deal-Fenster, ausschließlich für Prime-Mitglieder. Erste ernsthafte Wachstumschance im Q4, dient vielen Marken als Aufwärm-Event vor Black Friday.
Black Friday Week
Do. 19. November bis So. 30. November 2026
Zwölf Tage Hochphase mit Black Friday (28.11.) und Cyber Monday (1.12.) als absolute Spitzen. Höchste Traffic-Dichte des Jahres, breiteste Käuferschaft, härtester Wettbewerb um Sichtbarkeit.
Was an diesen Tagen anders läuft als sonst
Während normaler Wochen bewegen sich CPCs und Conversion Rates in einem relativ stabilen Rahmen. An Q4-Event-Tagen ändert sich das drastisch. Nach aktuellen Marktdaten und Erfahrungswerten passiert Folgendes:
- CPCs steigen um 30 bis 70 Prozent, weil deutlich mehr Werbetreibende gleichzeitig auf dieselben Keywords bieten.
- Budgets werden 30 bis 50 Prozent schneller aufgebraucht, weil das Traffic-Volumen explodiert.
- Conversion Rates liegen deutlich höher, weil Käufer mit klarer Kaufabsicht auf die Plattform kommen.
- Kampagnen-Automationen laufen aus dem Ruder, weil sie auf Event-Volatilität nicht kalibriert sind.
Wer seine Kampagnen unverändert weiterlaufen lässt, verliert entweder Impression Share an teurere Konkurrenz oder verbrennt Budget durch unkontrolliertes Automations-Verhalten. Beides ist vermeidbar mit sauberer Vorbereitung in vier Phasen.
Phase 1: Jetzt starten (bis 6 Wochen vor Event)
Kampagnen-Hygiene und Datenbasis schaffen
Die wichtigsten Entscheidungen fürs Q4 werden nicht im November getroffen, sondern jetzt im Juli und August. Wer erst kurz vor Event anfängt, hat schon verloren.
- Aktuelles Bulk-File exportieren. Der Account-Status vor jeder Änderung wird gesichert. Falls nach dem Event etwas schiefläuft oder du zurückrollen willst, ist der Ausgangszustand exakt dokumentiert.
- Search Term Reports der letzten 90 Tage analysieren. Welche Suchbegriffe waren profitabel? Welche wurden zwar geklickt, brachten aber keine Konversion? Diese Erkenntnisse fließen in die Event-Struktur.
- Best-Performer-Keywords identifizieren. Die zehn bis zwanzig Suchbegriffe mit der besten Kombination aus Volumen und ACoS bekommen im Event ihre eigene Kampagnenstruktur.
- Placement- und Audience-Daten prüfen. Wo konvertiert dein Traffic bereits? Top-of-Search-Placements liefern an Event-Tagen die höchsten Renditen und müssen priorisiert werden.
Deals, Listings und Content absichern
- Deal-Anmeldungen prüfen. Prime Big Deal Days Best Deals, Black Friday Deals, Lightning Deals oder Coupons: Sind alle geplanten Aktionen im Zeitplan mit „Prime Big Deal Days“ oder „Black Friday-Woche“ hinterlegt? Deadlines für Anmeldungen liegen häufig mehrere Wochen vor dem Event.
- Listing-Optimierung finalisieren. Bilder, A+ Content, Bulletpoints und Titel sollten spätestens vier Wochen vor Event finalisiert sein. Kein Testen mehr im Event-Zeitraum, weil neue Daten die Rankings gefährden.
- Lagerbestand kalkulieren. Ein Q4-Event, an dem dein Bestseller nach zwei Stunden out-of-stock ist, ist teure Marketing-Verschwendung. Die Bestandsplanung sollte mindestens den doppelten Erwartungswert absichern.
- Sponsored Brands Video vorbereiten. Video-Ads liefern an Event-Tagen die höchsten Engagement-Raten. Wer keine Video-Assets hat, verliert einen wichtigen Kanal.
Phase 2: Kampagnen scharf stellen (3 bis 5 Tage vor Event)
Anpassungen ohne Cold Start
Ein häufig unterschätzter Punkt: Bids und Budgets nicht erst am Event-Morgen anpassen, sondern schrittweise vorher. Amazons Algorithmen brauchen Datenpunkte, bevor sie stabil funktionieren.
- Budgets in Schritten von 20 bis 30 Prozent erhöhen. Nicht am Vortag verdreifachen, sondern über drei bis fünf Tage schrittweise annähern. Das gibt dem Algorithmus Zeit sich anzupassen.
- Bids auf Hero-Keywords um 15 bis 20 Prozent anheben. Fokus auf profitable Exact-Match-Terms mit hoher Kaufabsicht. Broad-Match- und Auto-Kampagnen bleiben zunächst konservativ.
- Placement-Modifier für Top-of-Search hochsetzen. Für Best-Performer-Kampagnen sind Boost-Werte von 20 bis 40 Prozent sinnvoll, weil dort die Kaufwahrscheinlichkeit während des Events am höchsten ist.
- Audience-Modifier für relevante Segmente aktivieren. „High Interest based on Shopping History“ und „Clicked Brands Products“ bringen an Event-Tagen überdurchschnittlich starke Renditen.
Event-Kampagnen sauber vom Evergreen-Business trennen
Einer der teuersten Fehler ist es, Event-Traffic durch die normalen Evergreen-Kampagnen laufen zu lassen. Das verzerrt die Performance-Historie und macht spätere Optimierung schwierig.
- Separate Event-Kampagnen anlegen. Eigene Kampagnen mit eigenen Budgets, Bid-Strategien und ACoS-Zielen. Klare Naming Convention wie „PBDD26_“ für Prime Big Deal Days oder „BFW26_“ für Black Friday Week.
- Hero-ASINs mit Exact-Match isolieren. Deine Top-Produkte bekommen dedizierte Kampagnen für die wichtigsten Keywords, um maximalen Impression Share zu sichern.
- Bidding-Automationen kritisch prüfen. Regelbasierte Systeme, die auf Normalbetrieb kalibriert sind, sollten vor dem Event entweder pausiert oder auf Event-Modus gestellt werden. Wer ein Tool wie ADFERENCE nutzt, konfiguriert Portfolio-Ziele für die Event-Phase separat. Wer noch kein Tool im Einsatz hat und für Q4 überlegt, ob eines sinnvoll wäre, findet die Antwort in unserer Entscheidungshilfe zum Amazon Ads Tool.
Phase 3: Live-Betrieb während des Events
Q4-Events sind kein Selbstläufer
Prime Big Deal Days sind 48 Stunden, Black Friday Week zwölf Tage. In dieser Zeit läuft nichts von allein. Wer erwartet, dass Kampagnen sich selbst optimieren, verschenkt Umsatz. Zwei bis drei Kontrollen pro Tag sind Pflicht.
- Budget-Auslastung mehrmals täglich prüfen. Top-Performer-Kampagnen dürfen nicht um 14 Uhr abschalten. Wenn ein Budget zu 80 Prozent erreicht ist, sofort erhöhen.
- CPC-Entwicklung beobachten. Steigen die Klickpreise stärker als erwartet, ist die Zeit für kurzfristige Bid-Anpassungen gekommen. Nicht panisch reagieren, aber wachsam bleiben.
- Search Term Report täglich screenen. Neue profitable Suchbegriffe sofort als Exact-Match aufnehmen. Streuverluste sofort negativieren.
- Placement-Performance prüfen. Wenn Top-of-Search nicht liefert, an anderen Placements höher bieten. Der Traffic-Mix verschiebt sich an Event-Tagen anders als sonst.
Phase 4: Nach dem Event (die vergessene Phase)
Sonst verbrennst du in Woche 2 den Event-Gewinn
Der Fehler, den viele Seller machen: nach dem Event einfach normal weitermachen. Aber Traffic und CPCs normalisieren sich innerhalb weniger Tage. Wer mit Event-Bids und Event-Budgets weiterläuft, produziert innerhalb einer Woche einen ACoS-Ausschlag, der den Event-Gewinn frisst.
- Bulk-File von vor dem Event wieder hochladen. Der einfachste Weg, alle Bids und Budgets sauber auf den Vor-Event-Stand zurückzusetzen.
- Placement- und Audience-Modifier zurückdrehen. Die erhöhten Werte sind ohne Event-Traffic nicht mehr wirtschaftlich.
- Sponsored Display Retargeting laufen lassen. Wer während des Events dein Produkt angeklickt, aber nicht gekauft hat, ist ein extrem qualifizierter Lead. Retargeting mit 150 Prozent des Normalbudgets für sieben bis vierzehn Tage nach Event ist häufig eine der profitabelsten Maßnahmen.
- PPC-Budget für zwei Wochen bei 120 Prozent halten. Neue Rankings, die während des Events entstanden sind, müssen stabilisiert werden. Ein zu abrupter Budget-Cut lässt sie wieder abrutschen.
- Post-Event-Analyse fahren. Welche Keywords, Kampagnen und ASINs waren die Gewinner? Welche Learnings gehen ins nächste Event? Ohne Analyse verpufft die Event-Erfahrung.
Wichtig zwischen den beiden Events: Zwischen Prime Big Deal Days und Black Friday Week liegen nur wenige Wochen. Die Post-Event-Analyse der Big Deal Days muss deshalb schnell laufen, damit die Learnings noch in die Black-Friday-Vorbereitung einfließen können. Wer erst im November mit der zweiten Vorbereitung startet, verschenkt genau diese Datengrundlage.
Die vier häufigsten Fehler bei Q4-Events
Auch bei sauberer Planung passieren immer wieder dieselben Fehler. Diese vier sehe ich regelmäßig in Accounts, die trotz hohem Budget schlechte Event-Ergebnisse produzieren:
Alle Punkte als PDF-Checkliste
Kostenloser Download mit Kästchen zum Abhaken, sortiert nach den vier Phasen. Ideal für dein Q4-Playbook.
Q4 steht an und du bist unsicher, ob dein Setup hält?
In 15 Minuten schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Kampagnenstruktur, deine Automationen und die wichtigsten Hebel für Prime Big Deal Days und Black Friday Week. Kostenfrei, unverbindlich, konkret.
15 Min. Erstgespräch buchenHäufige Fragen zur Q4-Vorbereitung
Wann sollte ich mit der Q4-Vorbereitung starten?
Ideal sind sechs bis acht Wochen vor dem ersten Event. Für Prime Big Deal Days im Oktober heißt das: Start im August. Für die Black Friday Week im November ist der optimale Start im September. Wer erst zwei Wochen vor Event anfängt, kann nur noch Schadensbegrenzung machen.
Wie viel höher sollte mein Budget an Event-Tagen sein?
Die meisten Seller fahren gut mit einer Budget-Erhöhung von 30 bis 50 Prozent gegenüber dem normalen Tagesbudget für Top-Performer-Kampagnen. Wichtig ist die schrittweise Anhebung über drei bis fünf Tage, nicht die abrupte Verdopplung am Vortag. Für die Peak-Tage (Black Friday, Cyber Monday) planen viele Seller mit dem Zwei- bis Dreifachen des normalen Tagesbudgets.
Sollte ich meine ADFERENCE- oder BidX-Automationen an Event-Tagen abschalten?
Nicht pauschal. Regelbasierte Automatisierungen, die auf normalem Traffic kalibriert sind, können an Event-Tagen in die falsche Richtung optimieren. Zwei Optionen sind sinnvoll: entweder Portfolio-Ziele und Regeln für die Event-Phase separat konfigurieren, oder die Automation gezielt für die Event-Tage pausieren und manuell steuern. Der Blindflug mit unveränderten Regeln ist die schlechteste Option. Für alle, die grundsätzlich noch überlegen: Brauche ich überhaupt ein Amazon Ads Tool?
Was ist der Unterschied zwischen Prime Big Deal Days und Prime Day im Juni?
Beide Events funktionieren nach demselben Prinzip: 48 Stunden Deal-Fenster ausschließlich für Prime-Mitglieder. Der Herbst-Ableger heißt seit einigen Jahren Prime Big Deal Days und liegt typischerweise Anfang bis Mitte Oktober. Er dient vielen Marken als Aufwärm- und Test-Event vor der Black Friday Week, weil die Käufer-Dichte etwas niedriger und der Wettbewerb weniger extrem ist.
Muss ich für Prime Big Deal Days und Black Friday Week zwei separate Vorbereitungen machen?
Ja, aber sie greifen ineinander. Die Vorbereitung ist inhaltlich identisch, die Kampagnen-Sets sollten aber getrennt sein. Vorteil: Die Learnings aus Prime Big Deal Days fließen direkt in die Black-Friday-Vorbereitung. Genau deshalb ist es so wichtig, die Post-Event-Analyse der Big Deal Days schnell zu machen.
Was passiert, wenn ich in einer Kategorie mit sehr niedrigen Margen bin?
Für Kategorien mit engen Margen ist es besonders wichtig, ACoS-Ziele je Kampagne strikt zu definieren und Bidding auf „Dynamic bids – Down only“ für breitere Kampagnen zu setzen. Broad-Match und Auto-Kampagnen können bei niedriger Marge und hoher Event-Volatilität schnell unrentabel werden. Fokus auf Exact-Match mit strikter Bid-Kontrolle ist die sicherere Strategie.

